Sowas kommt von sowas: Die No-Show-Quote

Als No-Show-Quote bezeichnet man die Menge der Personen, die zu einer Veranstaltung zugesagt haben, dort aber nicht erschienen sind, im Verhältnis zu der Menge aller angemeldeten Personen. Kommen also von 100 angemeldeten Personen 20 nicht zu einer Veranstaltung, hat diese eine No-Show-Quote von 20%. An Relevanz gewinnt diese Quote, wenn man berücksichtigt, das der Einladende für die Summe der zugesagten Gäste Dinge vorhält: Raum, Getränke, Essen und Personal. Rechnet man also mit 100 (zugesagten) Personen und es kommen nur 40, dann hat man rückblickend einen Großteil seines Budgets falsch investiert, bzw. man hätte von vorn herein weniger Budget benötigt. Eine ärgerliche Angelegenheit.

Die No-Show-Quote steigt

Noch vor zwei bis drei Jahren konnte man bei der Organisation von Veranstaltungen (Einladung mit Zusage ohne Kosten für den Gast) relativ präzise mit einer No-Show-Quote von 20% kalkulieren. Heute gilt das nicht mehr. Wie kommt es dazu? Erstaunlicher Weise haben mit diesem Verfall der Sitten die Sozialen Netzwerke unmittelbar zu tun. Xing (damals noch openBC) zum Beispiel bietet seit 2003 die Möglichkeit an, Veranstaltungstermine einzustellen und Personen einzuladen. Hierfür kann man als Einladender die Mitglieder einer eigenen Gruppe oder die eigene Kontaktliste nutzen. Eine sehr sinnvolle Funktion, die dem Gedanken des Netzwerkens Rechnung trägt und virtuellen Kontakten ein reales Zusammentreffen ermöglicht.

Standorte ertrinken in einer Einladungsflut

Aus der ursprünglich guten Idee virtuelles Netzwerken auch offline abzubilden, wird jedoch langsam eine lästige Begleiterscheinung von Xing. Ursache dafür ist ein Auflösen der Gruppenrestriktion (diese besagte, dass es innerhalb des Xing-Netzwerkes nur eine Gruppe je Thema gab) von Xing. Statt zum Beispiel einer regionalen Gruppe gibt es nun in manchen Regionen 20 und mehr Gruppen – aus rund 10.000 Gruppen wurden inzwischen über 30.000 Gruppen. Nur bei Xing – Tendenz steigend. Und fast jede dieser Gruppen möchte Gruppentreffen anbieten. Daraus resultiert eine große Summe an Einladungen zu Veranstaltungen, die sich über die Xing-Nutzer ergießen. Einladungen werden zum Teil schon als Spam wahrgenommen. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Steigende Anzahl an Veranstaltungen bedeutet sinkende Zusageverbindlichkeit

Die Summe der Veranstaltungen lässt den immer gleichen Kreis der Eingeladenen zunehmend ermüden. Viele Einladungen werden gar nicht mehr beantwortet und die, die mit einer Zusage beantwortet werden sind eigentlich auch beliebig und austauschbar. Wer zur einen Veranstaltung nicht kommen kann, bleibt einfach kommentarlos fern und geht halt zur Nächsten ein paar Tage später. Inzwischen leiden unter diesem Phänomen auch die etablierten Veranstalter und Interessenvereinigungen (Z.B. Wirtschaftsverbände, Fachvereine etc.). Auch hier steigt die No-Show-Quote und lässt wichtige Veranstaltungen zu einem unberechenbaren Risiko werden.

Am Anfang stand ein gut gemeintes „Vielleicht“

Eine Einladung zu einer Veranstaltung konnte man früher immer mit „Vielleicht“ beantworten. Vielleicht komme ich zu Ihrer Veranstaltung. Es liegt in der Natur des Wortes „Vielleicht“, das sich dahinter keinerlei Verbindlichkeit verbirgt. Es dauerte bis Anfang 2009, bis man dieses Vielleicht aus den Antwortoptionen einer Einladung ausblenden konnte. Bis dahin hatte es sich aber natürlich nachhaltig in den Köpfen verfestigt. Und so ist eine Veranstaltungszusage heute oft ein gut gemeintes „Vielleicht“.

Eine Antwort auf &‌#8222;Sowas kommt von sowas: Die No-Show-Quote&‌#8220;

Kommentare sind geschlossen.