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Nun bin ich also parteiisch

Homer Simpson sagte mal sinngemäß, mit dem Erwerb der Eintrittskarte habe er das Recht erworben das Spiel zu kommentieren. So verhält es sich wohl auch mit Politik. Da darf jeder kommentieren und auch ich habe dieses Recht umfangreich genutzt, nutze es noch immer. Nun ist es auf Dauer wenig erquicklich das Geschehen nur zu kommentieren. Viel besser wäre es doch vielleicht sogar inhaltlich mitzumischen, dachte ich mir schon lange und näherte mich über meine bestehenden Kontakte der politischen Szene. Hatte ich doch über Twitter, Facebook und diverse Netzwerkveranstaltungen schon einige Leute kennen gelernt, insbesondere im spannenden Feld der Netzpolitik. So liebäugelte ich durchaus mit einer politischen Heimat in der SPD. Davon nahm ich Abstand, als sich Sigmar Gabriel mit Obrigkeitsdünkel und Repressalien beim einem SPD-Konvent die Vorratsdatenspeicherung durchdrückte. Das ist nicht die Kultur, in der ich mich einbringen möchte.

Neben der SPD habe ich schon immer mit den Grünen sympathisiert. Die setzen sich für Nachhaltigkeit ein. Wenn man das verdichtet und ernsthaft macht, dann kann da eigentlich nur etwas Gutes bei herauskommen. Die Grünen stehen für Werte und haben den Wunsch, die Gesellschaft weiterzuentwickeln, statt sie im Stile Angela Merkels nur zu verwalten. Das gefällt mir, da es in meinen Augen die einzige Zukunftsperspektive beinhaltet: Zielführende und vorausschauende Aktivität.

An meinem 42ten Geburtstag hat der Vorstand der Lehrter Grünen meinen Aufnahmeantrag angenommen. Jetzt bin ich ein Grüner – obwohl ich mit Uniformierung wenig anfangen kann. Ich habe mich vorher ein halbes Jahr mit den Grünen beschäftigt und an verschiedenen Parteiveranstaltungen (diese sind nahezu alle öffentlich) teilgenommen, bevor ich meinen Beitrittsantrag auf den Weg gebracht habe. Seit dem habe ich viel über Politik gelernt, war schon bei einem Landesparteitag und fühle mich ein ums andere Mal bei der Wahl der Partei bestätigt. Dort werden Frauen bspw. gezielt und per System gefördert. Das macht einen Unterschied, obwohl auch bei den Grünen die Männer in der Mehrzahl sind. Diversität ist so ein weiteres tolles Ding, das in Deutschland wohl nur die Grünen ernsthaft betreiben. Natürlich geht es auch um die Natur, unseren Lebensraum, aber eben auch um eine extrem moderne Einstellung zu digitalen Dingen – insbesondere bei letzterem bin ich bekanntlich Zuhause.

Bei der kommenden Kommunalwahl stehe ich bereits auf zwei Listen zur Wahl, zum Ortsrat und zum Stadtrat. Ich wünsche mir, dass die Menschen mir eine Chance geben, mich fern der Kommentierung auch aktiv in politische Themen einzubringen. Das konnte ich ganz nebenbei schon schon in verschiedenen Wahlprogrammen tun, an denen ich inhaltlich mitgearbeitet habe. Für die Lokalpolitik, aber auch mit Blick auf die kommende Landtagswahl.

Meinen Ausflug in die Politik habe ich von Beginn an als ein Experiment bezeichnet. Experimente können auch schief gehen. Ob das so ist, oder ob ich mich auch in Zukunft bei den Grünen wohl fühle – ich kann das heute nicht sagen. Bislang fühlt es sich sehr richtig an, trotz der ungewohnten Situation im Wahlkampf auf Supermarktparklätzen für seine politischen Ideen einzustehen. Und es macht was, denn es ist wichtig sich selbst zu engagieren, wenn man die Dinge gestalten und verändern möchte. Hebel gibt es gerade bei den Parteien viele. Es liegt einzig und allein an Dir.

Also: Machen statt maulen!