Wenn Wetter ist

11. Februar 2010

Blick nach draußen: Schnee. Blick in die Zeitung: Chaos. Und nun? Unsere Gesellschaft hat es verlernt mit wetterbedingten Behinderungen umzugehen. War es früher klar, dass man bei schlechtem Wetter einfach zu Hause blieb, so ist das heute lange nicht mehr klar. Unser System duldet eben keine Ausfälle mehr – und das 24/7. Dabei wäre es für uns, für unsere Umwelt und auch für manchen Arbeitgeber besser, würden wir manche Wetterbedingte Pause akzeptieren. Statt dem Risiko eines Unfalls Recreation. Statt Hektik und Ungeduld Entspannung und familiäre Idylle. Und vielleicht bohrende Langeweile.

Das wäre zumindest meine Antwort auf so ein Wetter. Auch, wenn das System so nicht funktioniert. Und auch, wenn die Wirtschaft heute einen hohen Grad an Zuverlässigkeit einfordert. Manchmal sollte man sich den natürlichen Gegebenheiten ergeben. So, wie der Bauer, der bei “Wetter” nicht auf seinen Berg kommt.

Kopenhagen, Hollywood und eine bessere Welt

27. Dezember 2009

Der Wunsch, sogar die Erkenntnis ist vorhanden. Wir müssen etwas tun, um dem Raubbau an unserem Planeten Einhalt zu gebieten. Die CO2/Carbon-Diskussion, alleine hat nicht gereicht, um bei dem ambitionierten Treffen, der Weltklimakonferenz in Kopenhagen zu Ergebnissen zu gelangen. Wie gesagt, eigentlich sind sich alle einig, das gehandelt werden muss. Aber diese Erkenntnis und politische Rangfolgespielchen passen da wohl nicht zusammen.

In einer Studie (Quelle fehlt mir leider – bin dankbar für Hinweise) wurde ermittelt, dass selbst in spielerischen Simulationen eine Einigung nicht erreicht wird, wenn sich nur 10% der Teilnehmer uneinig sind. Mit der Folge, das für 100% der Teilnehmer keine Veränderung der Situation eintritt. Da sollte man drüber nachdenken und daraus andere Handlungs-Szenarien entwickeln.

In diesem Zusammenhang gefällt mir der Kinofilm Avatar sehr gut. Hier wird immer wieder in Nebensätzen auf klimatische Themen hingewiesen, ohne, dass eine belehrende Umweltdiskussion im Vordergrund der Handlung des wirklich beeindruckenden Films steht. Der Film macht Spaß. Und der Film schubst die Zuschauer auf die Seite derer, die ihre Umwelt lieben und wertschätzen.

Vielleicht sollten wir mal in Hollywood fragen, wie das Drehbuch für eine Klimakonferenz dramaturgisch aufgebaut werden müsste und wer am Ende auf dem großen Drachen die Kräfte hinter sich bündelt. Wer ist der richtige Anführer für die globale Klima-Diskussion? Wer produziert tatsächlich Ergebnisse? Und vor allem wann geht es endlich los?

Umweltschutz kann man nicht delegieren

24. November 2009

Ein aktueller Artikel bei Spiegel Online (Zum Artikel) berichtet über eine wesentlich schneller Klimaerwärmung, als bisher angenommen. Statistische Berechnungen und Vorhersagen sind demnach deutlich zu optimistisch getroffen worden. Was bedeutet das?

Maßnahmen zum Klimaschutz müssen schnell angeschoben werden

Unternehmen, Politik und alle Personen sind gefordert sofort Maßnahmen zu ergreifen, die der Klimaerwärmung entgegenwirken. Das bedeutet, jeder ist gefordert zu überlegen, wie er selbst seinen Teil zum Schutz unseres Planeten beitragen kann. Am effektivsten geht das über geringeren Energieverbrauch.

Jeder einzelne Energieverbraucher zählt

Wer etwas für unsere Umwelt tun möchte sollte sich in seiner individuellen Umgebung umsehen. Glühlampen, veraltete Heizungskonzepte, thermische Lecks, unnötige Verbraucher und die luxuriöse Maximierung von Lebensräumen – hier kann jeder ansetzen. Man kann das Problem nicht delegieren. Man muss es selber tun. Wann fangen Sie an?

Unternehmen, Personal und Markenwerte

19. November 2009

Es heißt, die erfolgreichsten Unternehmen der Welt sind Marken. Das wird bestätigt, wenn man auf die Aktienkurse von Coca Cola, Google und Co. schaut. Der konsequente Aufbau einer Marke scheint also ein guter Weg für die Wertsteigerung von Unternehmen zu sein. Aber was sind wesentliche Faktoren, die über den erfolgreichen Aufbau einer Marke entscheiden?

Strategischer Markenaufbau

Im strategischen Markenaufbau werden Markenkern und Markenklasseme bestimmt. Das bedeutet, Kernbotschaften werden (v)erfasst und das Verhalten der Marke definiert. Dabei finden Zielgruppen ebenso Berücksichtigung, wie das grundsätzliche Wertsystem der zu gestaltenden Marke. Das beinhaltet ebenfalls wieder den Faktor Verhalten – oder anders ausgedrückt, wie verhält sich die Marke? Ist sie innovativ, fair, freundlich oder vielleicht arrogant und überheblich? Hier gilt es Parameter zu bestimmen, die bei der Feinpositionierung der Marke klare Strukturen ermöglichen.

Markenaufbau hat sehr viel mit Menschen zu tun

Der Markenaufbau lässt sich jedoch nur bis zu einem gewissen Grad am Reißbrett planen. Irgendwann ist es unerlässlich, das neben Strategen, Stabsstellen und Steuerelementen auch Menschen für den Wert einer Marke stehen. Sei es im Laden, am Telefon oder in der Öffentlichkeit. Menschen müssen das gewünschte Markenbild leben und zugleich widerspiegeln können. Klappt das nicht, gibt es in der Markenstrategie einen Bruch.

Marke und Mensch sollten miteinander harmonieren

Die Harmonie zwischen Marken, Markenbotschaften und den transportierenden menschlichen Botschaftern sollte möglichst groß sein. Passen Unternehmen, Mitarbeiter und Markenbotschaft nicht zusammen, wird die Authentizität nachhaltig gestört. Und das wiederum bedeutet ein großes Hemmnis für den Markenaufbau. Eine Marke, die jung, lebendig und innovativ sein möchte, sollte auch von den Mitarbeitern diese Werte leben. Entsprechend sorgsam sollte die Mitarbeiter hinsichtlich charakterlicher Eigenschaften ausgewählt werden. Je höher die Überdeckung, desto glaubwürdiger die Marke – und vermutlich auch der Markenerfolg.

Auch die Wahl des Arbeitgebers will wohl überlegt sein

Bei dieser Diskussion steht aber nicht nur der Arbeitgeber in der Pflicht. Auch Arbeitnehmer sollten eigene Charaktereigenschaften mit dem Markenbild eines potenziellen Arbeitgebers im Vorfeld abstimmen. Je besser man zum Unternehmen passt, desto erfolgversprechender sind Bewerbung und auch die spätere Tätigkeit. Eben nicht den erstbesten Job annehmen, sondern mit großer Eigenverantwortung gezielt nach Unternehmen suchen, die den eigenen Stärken gerecht werden. Das sit die beste Ausgangslage für Unternehmen, Mitarbeiter und starke Marken.

Sowas kommt von sowas: Die No-Show-Quote

23. Oktober 2009

Als No-Show-Quote bezeichnet man die Menge der Personen, die zu einer Veranstaltung zugesagt haben, dort aber nicht erschienen sind, im Verhältnis zu der Menge aller angemeldeten Personen. Kommen also von 100 angemeldeten Personen 20 nicht zu einer Veranstaltung, hat diese eine No-Show-Quote von 20%. An Relevanz gewinnt diese Quote, wenn man berücksichtigt, das der Einladende für die Summe der zugesagten Gäste Dinge vorhält: Raum, Getränke, Essen und Personal. Rechnet man also mit 100 (zugesagten) Personen und es kommen nur 40, dann hat man rückblickend einen Großteil seines Budgets falsch investiert, bzw. man hätte von vorn herein weniger Budget benötigt. Eine ärgerliche Angelegenheit.

Die No-Show-Quote steigt

Noch vor zwei bis drei Jahren konnte man bei der Organisation von Veranstaltungen (Einladung mit Zusage ohne Kosten für den Gast) relativ präzise mit einer No-Show-Quote von 20% kalkulieren. Heute gilt das nicht mehr. Wie kommt es dazu? Erstaunlicher Weise haben mit diesem Verfall der Sitten die Sozialen Netzwerke unmittelbar zu tun. Xing (damals noch openBC) zum Beispiel bietet seit 2003 die Möglichkeit an, Veranstaltungstermine einzustellen und Personen einzuladen. Hierfür kann man als Einladender die Mitglieder einer eigenen Gruppe oder die eigene Kontaktliste nutzen. Eine sehr sinnvolle Funktion, die dem Gedanken des Netzwerkens Rechnung trägt und virtuellen Kontakten ein reales Zusammentreffen ermöglicht.

Standorte ertrinken in einer Einladungsflut

Aus der ursprünglich guten Idee virtuelles Netzwerken auch offline abzubilden, wird jedoch langsam eine lästige Begleiterscheinung von Xing. Ursache dafür ist ein Auflösen der Gruppenrestriktion (diese besagte, dass es innerhalb des Xing-Netzwerkes nur eine Gruppe je Thema gab) von Xing. Statt zum Beispiel einer regionalen Gruppe gibt es nun in manchen Regionen 20 und mehr Gruppen – aus rund 10.000 Gruppen wurden inzwischen über 30.000 Gruppen. Nur bei Xing – Tendenz steigend. Und fast jede dieser Gruppen möchte Gruppentreffen anbieten. Daraus resultiert eine große Summe an Einladungen zu Veranstaltungen, die sich über die Xing-Nutzer ergießen. Einladungen werden zum Teil schon als Spam wahrgenommen. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Steigende Anzahl an Veranstaltungen bedeutet sinkende Zusageverbindlichkeit

Die Summe der Veranstaltungen lässt den immer gleichen Kreis der Eingeladenen zunehmend ermüden. Viele Einladungen werden gar nicht mehr beantwortet und die, die mit einer Zusage beantwortet werden sind eigentlich auch beliebig und austauschbar. Wer zur einen Veranstaltung nicht kommen kann, bleibt einfach kommentarlos fern und geht halt zur Nächsten ein paar Tage später. Inzwischen leiden unter diesem Phänomen auch die etablierten Veranstalter und Interessenvereinigungen (Z.B. Wirtschaftsverbände, Fachvereine etc.). Auch hier steigt die No-Show-Quote und lässt wichtige Veranstaltungen zu einem unberechenbaren Risiko werden.

Am Anfang stand ein gut gemeintes „Vielleicht“

Eine Einladung zu einer Veranstaltung konnte man früher immer mit „Vielleicht“ beantworten. Vielleicht komme ich zu Ihrer Veranstaltung. Es liegt in der Natur des Wortes „Vielleicht“, das sich dahinter keinerlei Verbindlichkeit verbirgt. Es dauerte bis Anfang 2009, bis man dieses Vielleicht aus den Antwortoptionen einer Einladung ausblenden konnte. Bis dahin hatte es sich aber natürlich nachhaltig in den Köpfen verfestigt. Und so ist eine Veranstaltungszusage heute oft ein gut gemeintes „Vielleicht“.

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